Hengduan shan

Jadedrachen-Schneeberg (Yulong Xueshan) in der Provinz Yunnan, 5596m
Jadedrachen-Schneeberg (Yulong Xueshan) in der Provinz Yunnan, 5596m

Das Hengduan Gebirge liegt in Zentralchina am östlichen Rand des Tibetplateaus und stellt die nordöstliche Fortsetzung des Himalaya dar.

Etwa 1000km weit erstreckt sich das Gebirge vom Norden Myanmars über die chinesischen Provinzen Tibet und Yunnan bis in den Norden Sichuans. Höchster Berg ist der Gongga shan mit 7556m. 

Mehrere parallel von Norden nach Süden verlaufende Bergketten werden von tief eingeschnittenen und wasserreichen Flusstälern durchströmt. Darunter zwei der mächtigsten Flüsse Asiens, der Mekong und der Saluen.

Blick vom Haizi-Tal auf den Siguniang shan, 6250m
Blick vom Haizi-Tal auf den Siguniang shan, 6250m

Die Bergwälder des Hengduan Gebirges gehören zu den artenreichsten weltweit.

Aufgrund der Nord-Süd-Erstreckung der Täler werden die feuchtwarmen Luftmassen des Monsun bis weit in den Norden getragen und haben ein einzigartiges Mosaik unterschiedlichster Vegetationszonen geschaffen, vom subtropischen Dschungel bis hin zu alpinen Matten, Wiesen und Nadelwäldern.

Die breite Palette an Klimazonen und Lebensräumen bedingt eine äußerst hohe Artenvielfalt von Fauna und Flora.

Berühmtester Bewohner der Hengduan-Berge ist der große Pandabär, aber auch verschiedene seltene Affenarten, die in Höhen bis über 4000m leben, zählen zu den Besonderheiten.

Die Flora ist mit weit über 18.000 Arten unüberschaubar und längst noch nicht vollständig erforscht. Zu isoliert und schwer zugänglich sind manche Gebiete noch heute.

Die Baumgrenze liegt bei etwa 4200m Höhe.

Die Bergwälder sind in Höhen ab 2500m denen des Nordens und unserer europäischen Alpen sehr ähnlich und es gibt viele botanische Gemeinsamkeiten. Daneben aber auch eine Fülle anderer exotischer Pflanzen, die man in diesen Regionen nicht vermuten würde.

Orchideen im Hengduan Gebirge

Cypripedium tibeticum
Cypripedium tibeticum
Amitostigma monanthum
Amitostigma monanthum
Galearis wardii
Galearis wardii
Calanthe brevicornu
Calanthe brevicornu

Waldwiese mit großem Bestand von Cypripedium yunnanense, Napahai, 3200m
Waldwiese mit großem Bestand von Cypripedium yunnanense, Napahai, 3200m

Etwa 1700 Orchideenarten sind in China bekannt.
Die meisten davon wachsen in den tropischen und subtropischen Gebieten im Südosten.

In den Bergen Yunnans und Sichuans gibt es etwa 370 Arten.

 

Ein großer Magnet für viele Orchideenfreunde sind die hier vorkommenden Frauenschuhe der Gattung Cypripedium.

Von den weltweit rund 50 Arten sind allein 22 im Hengduan Gebirge beheimatet.

Sie kommen in Höhen zwischen 2000 und 4000m vor und wachsen meist in lichten Wäldern und auf alpinen Geröllmatten.

Cypripedium margaritaceum, Baishui, 3300m
Cypripedium margaritaceum, Baishui, 3300m

Frauenschuhe der Sektion Trigonopedia und Sinopedilum

 

Bei diesen Arten  handelt es sich um besonders faszinierende  und einzigartige Gewächse der chinesischen Orchideenflora, die inzwischen leider alle stark bedroht und selten geworden sind.

Charakteristisch ist ihre bizarre kugelartige Blütenform, die an ein "Überraschungsei" erinnert.

Das mittlere Sepalum wirkt wie ein geöffneter Deckel über der Lippe (Schuh), die von den beiden Petalen eingehüllt wird.

Die Blüte thront über zwei großen Blättern, die dem Boden aufliegen und meist gefleckt sind.

 

Cypripedium lichiangense, Baishui, 3200m
Cypripedium lichiangense, Baishui, 3200m
Cypripedium margaritaceum, Heishui, 3400m
Cypripedium margaritaceum, Heishui, 3400m
Cypripedium forrestii, Heishui, 3400m
Cypripedium forrestii, Heishui, 3400m

Siguniang shan Nationalpark
Siguniang shan Nationalpark
Cypripedium guttatum
Cypripedium guttatum
Cypripedium yunnanense
Cypripedium yunnanense
Cypripedium tibeticum
Cypripedium tibeticum
Cypripedium flavum
Cypripedium flavum